Vom Markenkult zum Snobismus

Die internationalen Werbeagenturen rüsten auf, erkennen vorausschauend die Zeichen der Zeit und reagieren angepasst, mit dem neuen Trend “Luxus ist out”.

Die Masse braucht billige „Markenware“, der „Raus und Ausverkauf“ hat begonnen.

Die Modebranche sieht bereits den Einbruch des Mittelstandes und erklärt durch das Motto “Luxus ist out” den Snobismus für die Mittelklasse als gesellschaftsfähig.

Dieser Snobeffekt ist zwar bloß ein „Wettbewerbsverdrängen“ und ein Werbeeffekt für Umsatzerhaltung, macht ihn aber Gesellschaftsfähig.

Dieser Snobeffekt sehe ich als ein Produkt der Markenpflicht - den Zwang Güter nur nach Marken und Preisen zu kaufen und damit zu meinen sich von Anderen abzuheben – und sehe das Snobismus nichts mit Wissen zu tun hat, sondern eine Haltung ist. Und dieses Kaufverhalten nichts mit einem Qualitätsdenken zu tun hat sondern ein antizipiertes Verhalten anderer Verbraucher kopiert.

“Luxus ist out” ist für die „Möchtegern-Gesellschaft“ also auch ein Mittel und Zweck sich wieder von denen „da „ zu unterscheiden. Also eine Erfindung derjenigen die zuerst in der Vergangenheit die Marken „allgemeiner machten“ und die Mittelklasse anstiftete Luxus zu kaufen oder sich zumindest mit diesem zu Identifizieren und damit auch „Lebensgefühl“ zu erzeugen. Nun ist aber die Gefahr für diese „Mittelklasse“ dass dieser Luxus sich um einige Stufen nach oben hin verschiebt.

Aber keine Angst, die Werbung und die Modebranche haben bereits vorgesorgt, den “Luxus ist out” – werde also zum Snob und deine „Besser-Sein“ ist wieder da.

Du gehörst wieder dazu – du bist einer von den „Schicki-Miki“ und dein Selbstbewusstsein ist wieder hergestellt.

Bedauerlich ist, das weder die „Geiz ist geil“ Gesellschaft, noch die kommende „snobistische Gesellschaft“, Gedanken über das Werden der Gesellschaft Gedanken machen wird. Das Ekelerregende ist das dies „obere Mittelklasse“ ihr Verantwortung auch in Zukunft nicht wahrnimmt. Denn so wie Sie bisher mit sich selbst und den Markenartikeln beschäftigt war wird sie nun in Zukunft snobistisch nur mehr mit sich selbst beschäftigt sein. Selbst die bisher erbrachten „Wohlfahrtsveranstaltungen für …“ werden nicht mehr stattfinden, denn einen „Prada“ kann man ja nicht einfach nur opfern für „die da“.

Luxus kann nicht für alle da sein – eben sowenig kann Markenqualität nicht in Quantität sich wieder spiegeln, auch wenn dies von einigen Unternehmen und Werbfachleuten gerne so gesehen wird.

Die Gefährlichkeit dieses Snobistischen Verhaltens liegt darin, das es die Realität der Gesellschaft verleugnet – und wohin dies führt hat uns die Geschichte schon oftmals gezeigt.

Der Ignoranz einer versnobten Gesellschaft, steht ab einem bestimmten nicht vorhersehbaren Zeitpunkt die Wut des Volkes gegenüber.

Daher sind ethische und humanistische Werte wieder gefragt und nicht Marken oder vorgetäuschtes Lebensgefühl.

Ein Gefüge des Miteinanders, der ehrliche Auseinandersetzung, eine Bildungspolitik die sich nicht alleine auf finanziellen Mitteln stützt und dominiziert ist von Pädagogen und besticht durch das Unvermögen der Systemerhalter.

Denn genau diese einseitige Sicht von Bildung, in der Wissen als wirtschaftlicher Wert angesehen wird und Bildung bloß als Wissensvermittlung und nicht als Wert an sich (Wissenswert) gesehen wird ermöglicht es, das dieses „Bildungssystem“ ausschließlich

„Menschen mit Halbbildung“ produziert, die in Folge diese Mittelklasse bilden.

Wir müssen endlich erkennen das unser Gesellschaftsystem zusammenhängt und jede Bewegungen innerhalb dieses Systems auch Richtungen und normen ergeben in die sich „die Charakter Schwächeren“ der Gesellschaft neigen. Damit aber auch ein neigen des gemeinsames Bootes zur Folge haben kann.

Die Politik und die Wirtschaft sind gefragt.

Denn eines ist unbestritten –

mit Snobs gewinnt man weder einen Krieg noch hält man einen Frieden, noch sind Krisen zu gewinnen.

Und in Zeiten wie diesen ist es Luxus sich Snobs leisten zu können – “Luxus ist out”.

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